logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

Mai
Mo Di Mi Do Fr Sa So
18 29 30 01 02 03 04 05
19 06 07 08 09 10 11 12
20 13 14 15 16 17 18 19
21 20 21 22 23 24 25 26
22 27 28 29 30 31 01 02

FÖRDERGEBER

  BMUKK

  Wien Kultur

JAHRESSPONSOR

  paperblanks
kopfgrafik mitte

Peter Rosei: Verzauberung.

Vier Texte.
Frankfurt / Main: Verlag der Autoren, 1997.
115 S., geb.; DM 32.-.
ISBN 3-88661-182-5.

Link zur Leseprobe

Und: Der Hartner lacht. Ein fürchterliches Lachen - "Gnadenlos". Das Lachen desjenigen, der überlebt hat, der sein Leben wieder selbst in die Hand nehmen muß, damit er was zum Leben hat. Im Nachkriegs-Wien bricht er auf, um Arbeit zu suchen und sein spätes Glück zu finden: Rache, Liebe, - jedenfalls ein fest geschmiedetes Auskommen.

Peter Rosei ist mit seinem Band "Verzauberung" dem Überleben auf der Spur: Im ersten Text durchaus noch konventionell erzählend, experimentiert er in den folgenden. In rascher Folge reiht er Assoziationen aneinander. Er versucht, so der Klappentext, "Leben und Erfahrung im Rohzustand - bevor sie ins Gatter der Erzählkonvention gesperrt werden" zu erfassen. Was es dem/der Leser/in nicht gerade leicht macht.

Worum also geht es im "Rorschach-Text", "Kolchis", "Verzauberung"? Um Familie im weitesten Sinn: demgemäß um Geld, um Bruderhaß, Bruderliebe, um Großmutter, Mutter, Vater und Großvater ... Letztendlich um den Dichter selbst, dem Rosei versucht, zuzuhören beim Verfertigen der Gedanken".
Um vieles. So vieles, daß wenige Seiten zu lesen, verwirrt und ermüdet. Erstaunlich, was ein Dichter so denkt: Jeder Satz birgt ein neues Bild, einen anderen Gedanken.

Was aber ist, wenn der Text als Bild gesehen wird? Bilder betrachtet man, indem man sich ein paar Schritte entfernt. Beim Lesen genügt es, sich zurückzulehnen und die scheinbar willkürlichen Sätze nachhallen zu lassen.

Tatsächlich: Plötzlich ahnt man, daß es nicht nur um die Familie als Beziehungsgeflecht geht, sondern um Familie als Ort. Jener Ort, an dem man vergeblich ums Überleben kämpft. In dem es, einer Stadt gleich, soviele Eindrücke gibt, die auf das Kind einstürmen. Noch bevor es zuordnen, einteilen kann, erfährt es schon. Rosei beschreibt jenen Ort, dem man nur auf eine Weise entkommen kann: durch Flucht. Was nie gelingt.
Zum Lachen, nicht?

Claudia Seidl
24. Oktober 1997

Suche in den Webseiten  
Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Österreichischer Schriftsteller/innenverband - "Tore statt Grenzen"

Mi, 22.05.2013, 19.00 Uhr Lesungen Reet Kudu, geb. in Tartu/Estland, lebt in Tallin; studierte...


Ausstellung
Hanno Millesi Neo-Geo

04.04.2013–27.06.2013 Bildnerische Arbeiten gehören seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit...


Tipps
flugschrift

flugschrift Nr.4 - gestaltet von der Autorin und Fotografin Petra Coronato - ist ab sofort im...


BÜCHERFLOHMARKT

Noch bis 29. Mai 2013 findet im Foyer des Literaturhauses, Seidengasse 13, 1070 Wien,  ein...