Do, 03.05.2012, 19.00 Uhr
Von der Weltbehauptung zur Radikalisierung – Die Geschichte einer literarischen Figur in 12 Kapiteln
Wer im Rollstuhl sitzt, schaut der Wirklichkeit unter den Rock.
Vor 20 Jahren tauchte er das erste Mal auf: der rollstuhlfahrende Lebensberater, Welterklärer, Binnenschifffahrtsaficionado und Gelegenheitsdetektiv aus Floridsdorf namens: Groll. Geschaffen vom österreichischen Autor Erwin Riess waren Groll und dessen Begleiter „Der Dozent“ seit 1992 Protagonisten von zwei Erzählbänden, vier Romanen, einem Theaterstück und rund 750 „Groll-Geschichten“ in Zeitschriften und Zeitungen wie konkret, Augustin, Die Presse, Der Standard, Falter, Volksstimme, wespennest, Literatur & Kritik und diversen Behindertenzeitschriften in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Anlässlich des jüngst erschienenen vierten Romans – Herr Groll im Schatten der Karawanken (Otto Müller, 2012) – begibt Erwin Riess sich anhand ausgewählter Groll-Texte aus zwei Jahrzehnten auf eine kurzweilige Spurensuche und zeichnet die Entwicklung des literarischen Pärchens in 12 Kapiteln nach.
Erwin Riess, geb. 1957, studierte Politik- und Theaterwissenschaft, Rollstuhlfahrer seit 1983, seit 1994 freier Schriftsteller, Aktivist der Behindertenbewegung. Zwölf Theaterstücke, zuletzt Der Don Giovanni-Komplex (2006), Hörspiele, Drehbücher, Prosa.