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Neuere österreichische Literatur – um 1900

Als 1965 die „Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur“ in Wien gegründet wurde, haben alle im damaligen Literaturbetrieb die Intention des Adjektivs „neuere“ verstanden: Es grenzte ab gegen Institutionen wie die Grillparzer-Gesellschaft oder den Wiener Goethe-Verein, in deren Händen die Pflege der lliterarischen Traditionsbildung nach 1945 lange gelegen war.

Doch das Sammlungsgebiet der Doku beginnt bei der Wiener Moderne um 1900, und die wiederum beginnt etliche Jahre früher. Bereits 1893 erschien Arthur Schnitzlers Einakter-Zyklus Anatol – das erste nachmals klassisch gewordene Werk der Autoren von Jung Wien, für das Schnitzler damals noch die Druckkosten selbst übernehmen musste.

In unserer Bibliothek finden sich nicht nur viele Erstausgaben aus dieser Zeit, auch in den Zeitschriften-Beständen gibt es dazu Rara zu entdecken, sei es als komplette Jahresbände oder als Einzelhefte, zum Beispiel:

- Der vollständige Jahrgang 1886 der Zeitschrift An der Schönen Blauen Donau. Unterhaltungsblatt für die Familie. Hier publizierten Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal ihre ersten Gedichte.

- 10 Hefte aus den Jahrgängen 1896/97 des politischen Satireblattes Neue Glühlichter, erschienen in der sozialdemokratischen Ersten Wiener Volks-Buchhandlung.

- Mehr als 150 Ausgaben der Zeitschrift Jugend. Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben aus den Jahren 1898 bis 1903 mit Beiträgen von Raoul Auernheimer, Arthur Holitscher oder Hugo Salus.

- 13 Nummern der Zeitschrift März. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur aus den Jahren 1907 bis 1909, mit zahlreichen Erstdrucken von Sir Galahad (= Bertha Eckstein-Diener) und Beiträgen von Peter Altenberg, Karl Kraus, Adolf Loos, Fritz Mauthner oder Fritz Wittels.

- 14 Hefte der Wiener Rundschau des Jahrgangs 1900/01, mit Beiträgen von Peter Altenberg, Adolf Loos oder Bertha Zuckerkandl.

- 40 Ausgaben der Zeitschrift Die Zeit, mitherausgegeben von Hermann Bahr, aus den Jahren 1895 bis 1899.

                                                                                                                         Titelfoto: Astrid Wallner



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