| Ingeborg Bachmanns Romanfragment "Requiem für Fanny Goldmann"
wurde am Sonntag im "Theater im Palais" der Grazer Musikuniversität als Kammeroper uraufgeführt. Musik und Libretto stammen von der Komponistin Mia Schmidt, die für das Werk den ersten Preis des Landes Steiermark erhalten hat. Die Tageszeitung "Der Standard" (6. Oktober) berichtet von einem Werk, "das mehrfaches Interesse verdient".
Das Fragment "Requiem für Fanny Goldmann" der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) ist Teil des unvollendeten Romanzyklus "Todesarten", zu dem auch der Roman "Malina" und das Fragment "Der Fall Franza" gehören. Bachmann beschreibt darin - in jeweils ähnlich strukturierten Figurenensembles - immer wieder Frauen, deren individuelle Selbstverwirklichung als Künstlerin, Intellektuelle oder spontan Liebende von egozentrischen Partnern planmäßig zerstört wird.
Der Text wurde von Mia Schmidt nicht vertont im Sinne illustrativer Bereicherung; vielmehr hat sie mit Einschluß von Texten andrer Autoren bei strenger Materialorganisation eine eigene musikalische Schicht dem tragischen Verlauf überlagert. (Standard)
Regisseur der erfolgreichen Aufführung war Christian Pöppelreiter, die Darsteller sind Studierende und Absolventen der Grazer Musikuniversität, die Musiker gehören zum hauseigenen Kammerorchester.
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